Prompten statt Däumchen drehen: Ein Gefallen unter Freunden
Manchmal macht man Pläne, und das Leben schmunzelt müde darüber.
Eigentlich war mein Plan für die aktuelle Lebensphase absolut überschaubar und glasklar definiert: Ich wollte mich fokussieren, die eigenen Projekte konsolidieren und beruflich im Grunde nur noch meiner Tochter unter die Arme greifen. Quasi als Sparringspartner im Hintergrund, Berater auf Abruf, wenn im Familienunternehmen oder bei ihren Projekten Expertise gefragt ist. Kein Verhandeln mehr mit Fremden, keine neuen Baustellen, kein unnötiger Lärm. Nur Familie. Punkt.
Eigentlich.
Denn wie das mit guten Freunden nun mal so ist: Ein entspannter Abend, ein gutes Glas Wein, man kommt ins Erzählen und schwupps, sitzt man im nächsten Projekt.
Ein befreundetes Pärchen meiner Tochter hat mich vor Kurzem darauf angesprochen, wie sie in ihren eigenen Abläufen Schritt halten können. Das Thema? Natürlich künstliche Intelligenz. Welches Tool bringt wirklich was? Wie nutzt man Modelle wie Claude oder Gemini im Alltag sinnvoll, ohne in theoretischer Spielerei zu versumpfen? Wie schreibt man Prompts, die echte Ergebnisse liefern, statt nur phrasenhafte Texte auszuspucken?
Sie standen vor der KI wie vor einem böhmischen Dorf: Fasziniert von den Möglichkeiten, aber erschlagen von der Dynamik und ohne rechten Plan, wo man eigentlich ansetzt.
Ein kurzes Zögern meinerseits und dann habe ich zugesagt.
Jetzt mache ich also wieder Nachhilfe. Wir gehen das Ganze strukturiert an: Von den Grundlagen über das richtige Verständnis dafür, wie diese Sprachmodelle „denken“, bis hin zu konkreten Anwendungsfällen für ihren Alltag. Welches System passt zu ihren Anforderungen? Wie baut man Workflows, die Zeit sparen, anstatt neue Arbeit zu schaffen? Wie nutzt man Tools wie Gemini und Claude nicht nur als nette Spielerei, sondern als echten Sparringspartner?
Das Spannende daran ist: Sobald der Knoten bei jemandem platzt und der berühmte „Aha-Moment“ eintritt, macht es unglaublich viel Spaß. Zu sehen, wie aus der anfänglichen Skepsis und Verwirrung plötzlich Begeisterung und echte Produktivität werden, hat eben doch seinen ganz eigenen Reiz.
Ein bisschen schmunzeln muss ich über mich selbst trotzdem. Meine Vorsätze bezüglich der eigenen Arbeitszeit muss ich wohl für die nächsten Wochen minimal nachjustieren. Aber hey für gute Freunde macht man das schließlich gerne.
Wie sieht das bei euch aus? Schafft ihr es konsequent, Nein zu sagen oder seid ihr für Freunde auch regelmäßig der inoffizielle IT- und Strategie-Support?