Warum wir Mietwohnungen den Rücken gekehrt haben: Vom Regulierungs-Wahn zum Luxus-Segment
Es gibt Momente im Unternehmertum, da muss man veraltete Glaubenssätze über Bord werfen. Jahrelang galt der Bau und Besitz von Wohnimmobilien in Deutschland als das absolute Fundament für stabilen Vermögensaufbau. Auch für uns war das lange Zeit der Kern: Wir hatten einen großen Bestand an ausschließlich neuen Mietshäusern und Eigentumswohnungen.
Doch der Markt hat sich verändert – und mit ihm die Spielregeln.
Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Deshalb haben wir eine radikale Kehrtwende vollzogen: Weg vom klassischen deutschen Wohnungsmarkt, hin zu Gewerbeimmobilien in der Schweiz sowie hochklassigen Ferien-Apartments, Villen und Resorts.
Hier ist die Geschichte hinter diesem strategischen Wandel und warum es die beste Entscheidung unserer Unternehmensgeschichte war.
- Die Strangulierung des Wohnungsmarkts in Deutschland
Der Ausstieg aus dem deutschen Wohnungssektor geschah nicht über Nacht, sondern war das Resultat jahrelanger Fehlentwicklungen:
Explodierende Bauvorschriften: Was früher wirtschaftlich sinnvoll gebaut werden konnte, wurde über die Jahre durch immer irrwitzigere Normen, Dämmvorschriften und bürokratische Hürden verteuert. Die Kosten pro Quadratmeter stiegen in Dimensionen, die in keinem gesunden Verhältnis mehr zur Rendite standen.
Der politisierte Mieterschutz: Mieterschutz ist wichtig, aber wenn Regulierung, Mietpreisbremsen und bürokratische Auflagen das unternehmerische Risiko einseitig auf den Vermieter abwälzen, wird aus Eigentum nicht mehr Freiheit, sondern Ballast.
Substanzverlust statt Ertrag: Am Ende verbringt man mehr Zeit mit juristischen Scharmützeln, Verwaltung und der Erfüllung neuer staatlicher Auflagen, als echten Wert zu schaffen.
- Der Befreiungsschlag: Reißleine ziehen und Neuausrichtung
Bevor wir unseren Lebensmittelpunkt ins Ausland verlegt haben, stand die Grundsatzentscheidung an. Meine Tochter hat damals das Ruder übernommen und den Mut bewiesen, den viele Investoren scheuen: Tabula rasa.
„Wir klammern uns nicht an alten Bestand, nur weil wir ihn schon immer hatten. Wir krempeln das gesamte Unternehmen um.“
Der Plan war klar strukturiert:
Verkauf des gesamten Wohnungsbestands in Deutschland, solange der Markt noch gute Preise zahlte.
Kapitalverlagerung in die Schweiz, ein Umfeld, das Eigentum achtet, Rechtssicherheit bietet und unternehmerisches Denken belohnt.
Fokus auf Gewerbeimmobilien: B2B statt B2C. Vertragspartner auf Augenhöhe, langfristige Indexmietverträge und professionelle Mieterstruktur statt privatem Kleinkrieg.
- Die Evolution: Das Luxus- & Resort-Segment
Aus dem soliden Fundament im Gewerbesektor hat sich organisch der nächste Schritt ergeben: der Einstieg in hochwertige Ferien-Apartments, Luxusvillen und Ferienressorts.
Warum genau dieses Segment?
Kaufkraftresistenz: Das oberste Preissegment tickt anders. Wer echte Premium-Qualität in Top-Lagen bietet, ist weitgehend entkoppelt von normalen Konjunkturschwankungen.
Wertschöpfung durch Erlebnisse: Eine Ferienimmobilie im Luxussegment ist nicht nur ein Quadratmeterpreis – sie ist ein Lifestyle-Produkt. Die Margen und die Wertsteigerungen spielen in einer ganz anderen Liga als die Rendite einer 3-Zimmer-Mietwohnung im Vorort.
Flexibilität & Autonomie: Im Hospitality- und Resort-Bereich agiert man als echter Unternehmer. Man setzt eigene Standards, bestimmt die Preisstruktur selbst und bietet Gästen einen echten Mehrwert, anstatt sich mit Mietpreisdeckeln auseinanderzusetzen.
Das Fazit: Emotionen raus, Strategie rein
Viele Investoren hängen emotional an ihren ersten Objekten oder scheuen den Aufwand einer kompletten Neuausrichtung. Aber Festhalten an unrentablen oder überregulierten Märkten ist kein Durchhaltevermögen, sondern Kapitalvernichtung.
Der Wechsel von deutschen Mietshäusern hin zu Schweizer Gewerbeobjekten und internationalen Luxusresorts hat uns nicht nur bessere Zahlen beschert, er hat uns vor allem unternehmerische Freiheit, Planungssicherheit und Freude am Gestalten zurückgegeben.