Balus Cave

Apple Kurzbefehle unter iOS 27 - die unterschätzte Superkraft des iPhones

Warum eine kostenlose Apple-App deinen Alltag verändern kann und wie dir künstliche Intelligenz dabei hilft.

Es gibt Apps, die installiert man, probiert sie aus und vergisst sie anschließend wieder. Und dann gibt es Apps, die man jahrelang auf seinem iPhone hat, ohne auch nur annähernd zu ahnen, was eigentlich in ihnen steckt.

Apples App Kurzbefehle gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie.

Dabei ist die Idee dahinter genial: Warum sollte ich immer wieder dieselben Handgriffe auf meinem iPhone erledigen, wenn mein iPhone das auch selbst übernehmen kann?

Mit iOS 27 ist Kurzbefehle für mich deshalb eine der spannendsten Anwendungen im gesamten Apple-Ökosystem. Nicht unbedingt wegen einer einzelnen neuen Funktion, sondern weil sich Automatisierung und künstliche Intelligenz wunderbar ergänzen.

Was sind Kurzbefehle überhaupt?

Stell dir vor, du könntest deinem iPhone sagen:

„Bereite alles für meinen gemütlichen Abend vor.“

Und dein iPhone erledigt gleich mehrere Dinge hintereinander. Es aktiviert einen Fokus, stellt die Lautstärke ein, öffnet deine Lieblingsmusik und startet auf Wunsch weitere passende Aktionen.

Genau das ist die Grundidee von Kurzbefehle.

Ein Kurzbefehl besteht aus einzelnen Aktionen, die miteinander verbunden werden. Das können zwei einfache Schritte sein oder komplexe Abläufe mit Bedingungen, Abfragen und unterschiedlichen Ergebnissen.

Das Schöne daran: Man muss dafür nicht programmieren können.

1. Aus vielen Handgriffen wird ein einziger Fingertipp

Die Möglichkeiten sind erstaunlich vielfältig.

Fotos und Dokumente

Du fotografierst einen Brief und möchtest daraus eine PDF erstellen? Mit einem Kurzbefehl kannst du Bilder auswählen, daraus eine PDF erzeugen und sie anschließend speichern oder weitergeben.

Auch das Zusammenführen mehrerer PDFs, das Verkleinern von Bildern oder das Umwandeln von Dateiformaten lässt sich automatisieren.

Musik und Unterhaltung

Ein einziger Kurzbefehl kann deinen persönlichen Musikabend vorbereiten.

Beispielsweise mit deiner Lieblingsplaylist, einer passenden Lautstärke und aktiviertem Fokusmodus.

Besonders interessant wird das in Verbindung mit Lautsprechersystemen wie Sonos. Hier hängt allerdings einiges davon ab, welche Steuerungsaktionen die installierten Apps tatsächlich für Kurzbefehle bereitstellen.

Der organisierte Alltag

Morgens die Wettervorhersage abrufen, an Termine erinnern, eine bestimmte App öffnen und den Tag vorbereiten – alles mit einem einzigen Kurzbefehl.

Oder abends automatisch den Fokus „Nicht stören“ einschalten und einen Timer für die Einschlafmusik setzen.

Texte und Kommunikation

Kurzbefehle können Texte zusammensetzen, Informationen aus der Zwischenablage verarbeiten und vorbereitete Nachrichten erstellen.

Wer regelmäßig ähnliche Nachrichten verschickt, kann sich damit einiges an Tipparbeit sparen.

2. Automationen: Wenn das iPhone selbstständig aktiv wird

Noch interessanter finde ich die persönlichen Automationen.

Während ich einen normalen Kurzbefehl selbst starte, reagiert eine Automation auf einen bestimmten Auslöser.

Das kann beispielsweise eine Uhrzeit sein, das Verbinden mit einem WLAN, das Öffnen einer App oder ein bestimmter Batteriestand.

Ein paar Beispiele:

Je nach Auslöser und Aktion kann iOS eine Bestätigung verlangen. Nicht jede Automation läuft vollständig ohne Rückfrage.

Trotzdem ist das schon ziemlich beeindruckend.

3. Der eigentliche Gamechanger: Kurzbefehle und KI

Hier wird es für mich richtig spannend.

Früher musste man sich mühsam durch die einzelnen Aktionen arbeiten, Variablen verstehen und herausfinden, warum ein Ablauf nicht funktionierte.

Heute kann man sich von ChatGPT dabei helfen lassen.

Man beschreibt einfach in normalen Worten, was man erreichen möchte.

Die KI kann daraus einen Ablauf entwickeln, erklären, welche Aktionen benötigt werden, und einen Schritt für Schritt durch die Einrichtung führen.

Wichtig ist dabei allerdings: ChatGPT kann nicht automatisch jeden beliebigen Kurzbefehl direkt auf deinem iPhone installieren. Welche Aktionen verfügbar sind, hängt von iOS, den installierten Apps und deren Unterstützung für Kurzbefehle ab.

Aber gerade als persönlicher Assistent beim Entwickeln und bei der Fehlersuche ist KI enorm hilfreich.

Prompt-Beispiel 1: Mein persönlicher Musikabend

Ich verwende ein iPhone mit iOS 27 und habe mehrere Sonos-Lautsprecher. Hilf mir, einen Kurzbefehl namens „Musikabend“ zu erstellen.

Er soll den Fokus „Nicht stören“ aktivieren, meine Lieblingsplaylist vorbereiten und die Musikwiedergabe möglichst über meine Sonos-Lautsprecher starten.

Prüfe mit mir, welche Aktionen unter iOS 27 und in meinen installierten Apps tatsächlich verfügbar sind. Führe mich anschließend Schritt für Schritt durch die Einrichtung und biete Alternativen an, wenn eine Aktion nicht unterstützt wird.

Das ist wesentlich sinnvoller, als einfach nur zu fragen: „Wie erstelle ich einen Musik-Kurzbefehl?“

Je genauer die Beschreibung, desto hilfreicher die Anleitung.

Prompt-Beispiel 2: Mein persönlicher PDF-Assistent

Hilf mir, unter iOS 27 einen Kurzbefehl namens „PDF-Assistent“ zu erstellen.

Ich möchte mehrere Fotos aus meiner Fotomediathek auswählen, daraus eine einzige PDF-Datei erzeugen, einen Dateinamen vergeben und die PDF anschließend in der Dateien-App speichern.

Zusätzlich möchte ich die Möglichkeit haben, die PDF direkt über das Teilen-Menü weiterzugeben.

Verwende möglichst nur die in iOS integrierten Aktionen. Erkläre mir jeden Schritt so, dass ich ihn ohne Programmierkenntnisse nachvollziehen kann.

Mit solchen Aufgaben kann man wunderbar anfangen. Das Ergebnis ist unmittelbar sichtbar und der praktische Nutzen groß.

4. Kurzbefehle können noch viel mehr

Wer erst einmal Gefallen daran gefunden hat, entdeckt schnell weitere Möglichkeiten.

Besonders interessant finde ich die Arbeit mit Variablen, Bedingungen und Menüs.

Ein Kurzbefehl kann beispielsweise zunächst fragen, was ich tun möchte.

„Musik hören“, „PDF erstellen“ oder „Nachricht vorbereiten“?

Je nach Auswahl startet ein anderer Ablauf.

Auch Daten aus Webseiten, Kalendern, Erinnerungen und kompatiblen Apps können verarbeitet werden. Fortgeschrittene Anwender können sogar Web-APIs ansprechen und Informationen im JSON-Format auswerten.

Damit wird aus einer vermeintlich kleinen Hilfs-App ein erstaunlich mächtiges Werkzeug.

Und wer Apple Watch, Mac oder iPad verwendet, kann viele Kurzbefehle auch dort nutzen. Allerdings stehen nicht auf jedem Gerät dieselben Aktionen zur Verfügung.

5. Was Kurzbefehle nicht können

Bei aller Begeisterung sollte man die Grenzen nicht verschweigen.

Nicht jede App bietet passende Kurzbefehle-Aktionen an. Manche Funktionen benötigen eine Bestätigung, andere funktionieren nur, wenn das iPhone entsperrt ist.

Gerade bei Smart-Home-Geräten und Multiroom-Audiosystemen hängt vieles von den jeweiligen Schnittstellen ab.

Auch KI kann diese technischen Grenzen nicht einfach wegzaubern.

Sie kann aber helfen, sinnvolle Alternativen zu finden, statt stundenlang nach einer Funktion zu suchen, die gar nicht existiert.

Mein Fazit: Einfach ausprobieren!

Für mich ist Kurzbefehle eine dieser typischen Apple-Anwendungen, deren tatsächlichen Wert man erst erkennt, wenn man sich intensiver damit beschäftigt.

Man benötigt kein zusätzliches Abonnement, keine Programmierkenntnisse und auch keine besondere Hardware.

Ein iPhone, ein bisschen Neugier und eine gute Idee reichen für den Anfang vollkommen aus.

Und mit ChatGPT an der Seite wird der Einstieg deutlich leichter.

Mein Tipp: Fangt nicht mit einer komplizierten Automation an. Überlegt euch zunächst, welche drei oder vier Handgriffe ihr regelmäßig auf eurem iPhone erledigt.

Vielleicht lassen sie sich schon morgen mit einem einzigen Fingertipp erledigen.

Denn die beste Automation ist nicht die komplizierteste. Sondern die, die einem jeden Tag ein kleines bisschen Arbeit abnimmt.