Balus Cave

KlingKlang - wie eine kleine Sonos-App mein Herz erobert

Manchmal braucht es nicht mehr Funktionen. Manchmal braucht es einfach jemanden, der die vorhandenen richtig gut umsetzt.

Ich habe ein Faible für schöne Apps. Das ist kein Geheimnis. Eine Anwendung darf bei mir gerne etwas kosten, wenn sie nicht nur funktioniert, sondern auch Freude bei der Bedienung macht.

Und genau deshalb beschäftige ich mich seit einiger Zeit intensiver mit alternativen Steuerungs-Apps für mein Sonos-System.

Die offizielle Sonos-App funktioniert inzwischen wieder ordentlich. Trotzdem fehlt mir dort etwas. Vielleicht ist es die Leichtigkeit, vielleicht die Liebe zum Detail. Jedenfalls habe ich mich auf die Suche gemacht.

Sonify, Sonement, Lyd, Sono+, Clic, Orto, Soro, ZoneFoundry, SonoPhone, SonoPad – die Auswahl ist erstaunlich groß.

Und dann war da plötzlich KlingKlang.

Liebe auf den zweiten Blick

KlingKlang hat mich zunächst vor allem optisch angesprochen.

Die Oberfläche ist modern, aufgeräumt und angenehm reduziert. Keine überladenen Menüs, keine unnötigen Spielereien. Stattdessen eine Gestaltung, die sich auf das Wesentliche konzentriert.

Genau mein Geschmack.

Auf dem iPhone gefällt mir die App besonders gut. Auf dem Mac wirkt das große Programmfenster mitunter etwas verloren, weil viel Platz ungenutzt bleibt. Allerdings bietet KlingKlang dort eine ausgesprochen praktische Menüleistensteuerung. Ein Klick genügt, und ich kann meine Sonos-Räume bedienen und die Lautstärke verändern.

Mehr brauche ich auf dem Mac meistens gar nicht.

Die eigentliche Musiksteuerung erledige ich ohnehin überwiegend mit dem iPhone.

Schön ist gut. Funktionieren muss es trotzdem.

Natürlich war nicht alles perfekt.

Bei meinen ersten Tests gab es einige Dinge, die mich störten.

Gelegentlich erschien eine Fehlermeldung, dass ein Objekt nicht mehr existiere, obwohl die ausgewählte Playlist längst spielte. Bei manchen Favoriten fehlten Coverbilder. Und die Lautstärkeregelung über die Live-Aktivität reagierte nicht immer zuverlässig, wenn ich schnell hintereinander auf die Tasten tippte.

Keine Katastrophen. Aber eben diese kleinen Unzulänglichkeiten, die eine ansonsten gelungene App im Alltag unnötig ausbremsen.

Also habe ich meine Beobachtungen an den Entwickler Markus weitergegeben.

Und dann passierte etwas, das ich in dieser Form nicht erwartet hatte.

Ein Entwickler, der tatsächlich zuhört

Markus antwortete nicht einfach mit einer freundlichen Standardfloskel.

Er nahm sich meine Rückmeldungen vor, untersuchte die Fehler und erklärte, was er ändern konnte.

Kurze Zeit später erschien bereits KlingKlang 1.4.12.

Die falsche Fehlermeldung wurde korrigiert. Fehlende Coverbilder können nun zusätzlich aus den Sonos-Metadaten übernommen werden. Schnelle Lautstärkeänderungen über die Live-Aktivität werden nacheinander verarbeitet, statt teilweise verloren zu gehen.

Und es kam eine weitere Verbesserung hinzu, die mich besonders freute: Die Lautstärkeschritte lassen sich jetzt auf 1, 2 oder 5 einstellen.

Ich habe mich für Zweierschritte entschieden. Das ist für mich der ideale Kompromiss zwischen schneller und präziser Regelung.

Das sind keine spektakulären Funktionen, mit denen man eine große Werbekampagne bestreiten würde.

Aber es sind genau die Details, die im Alltag einen Unterschied machen.

Das letzte Puzzlestück

Bislang hatte Sonify bei mir allerdings noch einen entscheidenden Vorteil.

Mit Sonify konnte ich die Lautstärke meines Sonos-Systems über die physischen Lautstärketasten des iPhones verändern, selbst wenn gerade eine andere App geöffnet war.

Das klingt nach einer Kleinigkeit.

Ist es aber nicht.

Wenn ich auf dem iPhone lese, durch Safari surfe oder Nachrichten beantworte, möchte ich nicht jedes Mal erst zur Musik-App wechseln, nur weil mir ein Titel gerade etwas zu laut oder zu leise ist.

Bei KlingKlang funktionierten die Hardwaretasten zunächst nur, solange die App geöffnet war. Auf dem Sperrbildschirm stand die Live-Aktivität zur Verfügung.

Also schrieb ich Markus erneut.

Ich erklärte ihm, dass KlingKlang inzwischen kurz davor sei, Sonify als meine bevorzugte Sonos-App abzulösen. Eigentlich fehle nur noch die Lautstärkesteuerung aus anderen Apps heraus.

Seine Antwort kam überraschend schnell.

Genau diese Funktion hatte er bereits umgesetzt.

Mit Version 1.5.0 soll es unter Allgemein → Lautstärketasten → Aus anderen Apps steuern eine entsprechende Option geben.

Die Version wurde bereits bei Apple zur Prüfung eingereicht.

Markus machte allerdings auch deutlich, dass die Freigabe dieser Hintergrundsteuerung von Apple abhängt. Ob die Funktion tatsächlich im App Store erscheint, ist deshalb noch offen.

Ich finde diese Ehrlichkeit ausgesprochen sympathisch.

Warum mich das so begeistert

Natürlich könnte man sagen: Es geht hier nur um eine Fernbedienung für Lautsprecher.

Stimmt.

Aber für mich geht es um etwas Grundsätzlicheres.

Ich habe in den vergangenen Jahren unzählige Apps ausprobiert. Manche sind wunderschön, funktionieren aber nicht zuverlässig. Andere bieten einen gigantischen Funktionsumfang, fühlen sich bei der Bedienung jedoch an wie eine Verwaltungssoftware.

Und wieder andere werden irgendwann kaum noch weiterentwickelt.

Bei KlingKlang erlebe ich gerade etwas anderes.

Da ist eine App mit einer klaren gestalterischen Idee. Da sind Funktionen, die sich am tatsächlichen Gebrauch orientieren. Und da ist ein Entwickler, der Rückmeldungen ernst nimmt und innerhalb kürzester Zeit konkrete Verbesserungen liefert.

Das ist für mich mindestens genauso wichtig wie eine lange Funktionsliste.

Muss eine App eigentlich alles können?

Interessanterweise hat mich die Beschäftigung mit den verschiedenen Sonos-Apps noch etwas anderes gelehrt.

Ich brauche nicht unbedingt eine einzige Anwendung für alle Geräte.

Auf meiner Apple Watch ist Lyd nach wie vor mein Favorit. Auf dem Mac verwende ich gelegentlich die offizielle Sonos-Weboberfläche unter play.sonos.com oder die Menüleistensteuerung von KlingKlang.

Und auf dem iPhone?

Dort entwickelt sich KlingKlang gerade zu meiner ersten Wahl.

Sono+ bietet zwar unzählige Möglichkeiten, aber manchmal möchte ich gar nicht erst umfangreiche Einstellungen studieren. Sonement sieht ebenfalls ausgesprochen gut aus, konnte mich im Alltag aber noch nicht vollständig überzeugen.

KlingKlang trifft für mich momentan die angenehmste Balance aus Gestaltung, Übersichtlichkeit und Bedienung.

Mein vorläufiges Fazit

Ich hätte nicht gedacht, dass mich ausgerechnet eine alternative Sonos-Steuerung einmal so beschäftigen würde.

Aber KlingKlang macht etwas richtig, das ich bei Software besonders schätze: Die App fühlt sich nicht nur wie ein Werkzeug an, sondern wie etwas, das mit Sorgfalt gestaltet wurde.

Noch ist nicht alles perfekt. Und ob Apple die neue Hintergrundsteuerung in Version 1.5.0 freigibt, bleibt abzuwarten.

Sollte das funktionieren und sich im Alltag bewähren, könnte Sonify auf meinem iPhone tatsächlich in Rente gehen.

Bis dahin freue ich mich über jede kleine Verbesserung.

Und an Markus geht an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön. Nicht nur für die schnellen Updates, sondern vor allem dafür, dass er zuhört.

Denn manchmal ist die schönste Funktion einer App gar keine Funktion.

Sondern ein Entwickler, dem seine App und ihre Nutzer wirklich am Herzen liegen.