Balus Cave

Unverzichtbare iOS-Apps #2: ReadKit + Feedbin - ich entscheide selbst, was ich lese

Früher war das Internet eigentlich ganz einfach.

Man hatte Webseiten, die man mochte. Man besuchte sie regelmäßig, las die neuen Beiträge und ging anschließend wieder seines Weges.

Dann kamen soziale Netzwerke, Algorithmen, Empfehlungen, „Für dich“-Seiten und irgendwann entschieden plötzlich irgendwelche Maschinen darüber, was mich heute interessieren sollte.

Nein, danke.

Ich möchte das gern wieder selbst entscheiden.

Und deshalb gehören ReadKit und Feedbin für mich zu den unverzichtbaren Apps beziehungsweise Diensten auf meinen Apple-Geräten.

RSS lebt. Zum Glück.

RSS wirkt heute beinahe wie ein Relikt aus einer anderen Zeit.

Dabei ist die Idee dahinter aktueller denn je.

Ich abonniere eine Webseite, einen Blog oder eine andere Quelle, die mich interessiert. Erscheint dort etwas Neues, landet es in meinem Feed.

Keine künstliche Auswahl.

Kein Algorithmus entscheidet, dass Beitrag A angeblich wichtiger für mich ist als Beitrag B.

Und niemand schiebt mir dazwischen irgendeinen Inhalt unter, nur weil er gerade besonders viel Aufmerksamkeit erzeugt.

Ich habe abonniert, was ich lesen möchte. Also bekomme ich genau das.

Eigentlich genial einfach.

Feedbin macht die unsichtbare Arbeit

Im Hintergrund läuft bei mir Feedbin.

Feedbin sammelt meine abonnierten Feeds, hält den Lesestatus synchron und sorgt dafür, dass meine RSS-Welt nicht an ein bestimmtes Gerät gebunden ist.

Das ist wichtig.

Denn natürlich lese ich nicht ausschließlich auf dem iPhone. Mal ist es das iPad, mal der Mac und zwischendurch eben das iPhone.

Was ich bereits gelesen habe, möchte ich nicht auf dem nächsten Gerät wieder als neuen Artikel präsentiert bekommen.

Feedbin ist deshalb für mich so etwas wie die Schaltzentrale.

Ich sehe sie nicht ständig.

Aber ohne sie würde mir etwas fehlen.

Und ReadKit macht daraus etwas Schönes

Feedbin allein würde funktionieren.

Aber funktionieren reicht mir nicht immer.

Ich möchte schließlich lesen und Lesen soll angenehm sein.

Dafür ist ReadKit zuständig.

ReadKit nimmt meine Feeds und macht daraus eine ruhige, aufgeräumte Leseumgebung. Keine Webseite, die mir erst ein Cookie-Fenster entgegenwirft. Kein Newsletter-Popup. Kein Banner, das sich über den Text legt. Kein hektisches Drumherum.

Artikel.

Text.

Bilder.

Lesen.

Mehr brauche ich in diesem Moment nicht.

Und genau das gefällt mir daran.

Mein Internet statt „Für dich“

Der vielleicht wichtigste Unterschied zu sozialen Netzwerken ist aber ein anderer.

Wenn ich ReadKit öffne, betrete ich mein eigenes kleines Internet.

Dort stehen die Quellen, die ich ausgesucht habe.

Nicht die, die gerade viral gehen.

Nicht die, über die sich besonders viele Menschen aufregen.

Und nicht die, von denen irgendein Algorithmus glaubt, dass ich möglichst lange daran hängen bleibe.

Das macht einen erstaunlichen Unterschied.

Natürlich bekomme ich dadurch nicht automatisch eine objektivere Sicht auf die Welt. Schließlich habe auch ich meine bevorzugten Quellen und Interessen.

Aber wenigstens weiß ich, warum etwas in meinem Feed steht: weil ich es dort hineingelassen habe.

Und dann ist da noch dieses herrliche Gefühl …

… irgendwann tatsächlich bei:

Keine ungelesenen Artikel.

Wer RSS intensiv benutzt, weiß allerdings, wie lange dieser Zustand normalerweise anhält.

Ungefähr sieben Minuten.

Dann hat irgendeiner wieder etwas veröffentlicht.

Aber auch das gehört dazu.

Zwei Dienste, ein Werkzeug

Ich könnte Feedbin durch einen anderen RSS-Dienst ersetzen.

Ich könnte ReadKit durch einen anderen Reader ersetzen.

Es gibt Alternativen zu beiden.

Darum geht es bei dieser Reihe aber nicht.

Es geht nicht darum, welche App nach irgendeinem objektiven Kriterienkatalog die beste ihrer Kategorie ist.

Es geht darum, welche Apps sich in meinem Alltag bewährt haben.

Und bei RSS ist es genau diese Kombination:

Feedbin sammelt. ReadKit präsentiert. Ich lese.

Keine Timeline bestimmt die Reihenfolge.

Kein Algorithmus entscheidet über meine Interessen.

Und niemand muss mir erklären, was „für mich“ gerade relevant ist.

Das bekomme ich noch ganz gut selbst hin.

ReadKit + Feedbin: unverzichtbar.