Balus Cave

Unverzichtbare iOS-Apps #3: WhatsApp - meine Kommunikationszentrale

Es gibt Apps, die könnte ich morgen löschen und würde es wahrscheinlich erst drei Wochen später bemerken.

Und dann gibt es WhatsApp.

Da würde es vermutlich keine drei Stunden dauern.

Nicht, weil WhatsApp die beste App der Welt wäre. Nicht, weil ich jede Entscheidung von Meta großartig finde. Und ganz sicher nicht, weil es keine guten Alternativen gäbe.

WhatsApp ist für mich aus einem viel einfacheren Grund unverzichtbar:

Dort sind die Menschen, die mir wichtig sind.

Familie findet bei mir auf WhatsApp statt

WhatsApp ist meine Kommunikationszentrale für die Familie und einige meiner Freunde.

Da kommt morgens eine Nachricht. Zwischendurch ein Foto. Eine kurze Frage. Irgendein Blödsinn. Ein Link. Ein „Bin gleich da“. Manchmal etwas Wichtiges und manchmal etwas, das für Außenstehende vollkommen belanglos wäre.

Aber genau aus diesen Kleinigkeiten besteht schließlich ein großer Teil unseres Kontakts miteinander.

Und dafür möchte ich nicht jedes Mal telefonieren.

Ganz im Gegenteil.

Ich schreibe lieber

Telefonieren war noch nie meine bevorzugte Form der Kommunikation.

Ein Telefonanruf verlangt immer sofortige Aufmerksamkeit. Es klingelt und in diesem Moment soll ich Zeit haben, Lust haben und möglichst auch noch wissen, was ich sagen möchte.

Eine Nachricht ist anders.

Ich kann sie lesen.

Darüber nachdenken.

Antworten, wenn es für mich passt.

Und mein Gegenüber kann genau dasselbe tun.

Natürlich gibt es Situationen, in denen ein Anruf sinnvoller ist. Aber für den normalen Kontakt mit Familie und Freunden ist mir eine Nachricht meistens wesentlich lieber.

WhatsApp passt deshalb ziemlich perfekt zu der Art, wie ich kommuniziere.

Es sind längst nicht mehr nur Nachrichten

Und natürlich schreibt man heute nicht mehr einfach nur Text.

Fotos gehören dazu. Videos. Sprachnachrichten. Links. Dokumente. Standorte. Ein schnelles Emoji als Antwort, wenn eigentlich schon alles gesagt ist.

Und manchmal reicht auch einfach ein ❤️.

WhatsApp hat sich dadurch über die Jahre von einem Messenger zu etwas entwickelt, das bei mir tatsächlich eine kleine Kommunikationszentrale geworden ist.

Nicht für die ganze Welt.

Aber für meinen persönlichen Kreis.

Warum nicht Signal, Telegram oder iMessage?

Natürlich könnte ich jetzt anfangen, Messenger miteinander zu vergleichen.

Signal ist in manchen Punkten attraktiver. Telegram kann Dinge, die WhatsApp nicht kann. Und als Apple-Nutzer hätte ich mit iMessage ohnehin eine hervorragende Alternative direkt im Betriebssystem.

Nur hilft mir die beste Alternative wenig, wenn die Menschen, mit denen ich täglich kommuniziere, woanders sind.

Ein Messenger lebt schließlich nicht von seiner Feature-Liste.

Er lebt von den Menschen darin.

Und bei mir sind Familie und einige meiner engsten Kontakte nun einmal auf WhatsApp.

Damit ist die Diskussion für meinen Alltag eigentlich schon beendet.

Nähe funktioniert auch über ein Display

Ich halte generell wenig von der Behauptung, Smartphones würden Menschen zwangsläufig voneinander entfernen.

Sie können das.

Aber sie können genauso das Gegenteil bewirken.

Ein Foto zwischendurch, ein kurzer Gruß am Abend oder zwei Sätze darüber, wie der Tag gelaufen ist, ersetzen natürlich keine persönliche Begegnung.

Das sollen sie auch gar nicht.

Aber sie halten Verbindung.

Gerade wenn man nicht ständig im selben Zimmer, im selben Haus oder am selben Ort sitzt.

Und manchmal sind es gerade diese kleinen Nachrichten zwischendurch, durch die man am Leben der anderen teilnimmt.

Könnte WhatsApp besser sein?

Natürlich.

Es gibt Dinge, die mich nerven. Es gibt Entscheidungen von Meta, die ich nicht unbedingt brauche. Und vermutlich wird auch WhatsApp irgendwann wieder irgendeine großartige neue Funktion bekommen, bei der ich mich frage, welcher Mensch danach verlangt hat.

Geschenkt.

Denn wenn ich morgens mein iPhone in die Hand nehme, interessiert mich nicht, welcher Messenger theoretisch die eleganteste Architektur besitzt.

Mich interessiert, ob meine Familie geschrieben hat.

Und dafür öffne ich WhatsApp.

Vielleicht ist das sogar die einfachste Definition einer unverzichtbaren App:

Nicht die App selbst würde mir fehlen. Die Menschen darin würden mir fehlen.

Und deshalb:

WhatsApp - unverzichtbar.