Unverzichtbare iOS-Apps #6: FLACBox - weil manche Musik unbezahlbar ist
Ich habe Apple Music.
Ich habe eine ziemlich ordentliche Sonos-Anlage.
Ich habe gute Kopfhörer.
An Musik mangelt es mir also wirklich nicht.
Millionen Songs stehen praktisch jederzeit zur Verfügung. Ein paar Buchstaben ins Suchfeld, Play drücken und los geht’s.
Und trotzdem befindet sich einige der für mich wichtigsten Musikstücke eben nicht dort.
Denn meine Enkelin macht wunderbare Songs.
Und dafür habe ich FLACBox.
Musik, die kein Streamingdienst ersetzen kann
Streaming hat unseren Umgang mit Musik komplett verändert.
Früher hatte ich eine CD.
Die gehörte mir.
Heute habe ich Zugriff auf einen nahezu unerschöpflichen Musikkatalog - solange der jeweilige Anbieter den Titel im Programm hat und ich mein Abonnement bezahle.
Das ist unglaublich bequem.
Aber meine eigene Musiksammlung ist etwas anderes.
Und erst recht Musik, zu der ich eine persönliche Verbindung habe.
Wenn meine Enkelin einen Song macht, interessiert mich nicht, ob irgendein Algorithmus glaubt, dass er zu meinem Musikgeschmack passt.
Natürlich passt er.
Sie hat ihn gemacht.
Genau dafür brauche ich FLACBox
FLACBox ist für mich der Ort für Musik, die ich selbst als Datei habe.
Keine Suche im Streamingkatalog.
Kein Hoffen, dass ein bestimmter Titel verfügbar ist.
Keine Frage, welcher Dienst gerade die Rechte daran besitzt.
Datei vorhanden?
Dann kann ich sie hören.
So einfach war Musik übrigens früher einmal.
Und ja, die Qualität darf stimmen
Wenn ich Musik als Datei aufbewahre, dann gern vernünftig.
FLAC hat dabei einen ziemlich offensichtlichen Vorteil: Das Format komprimiert Musik verlustfrei.
Ich muss also nicht einen Teil der Qualität wegwerfen, nur damit die Datei ein bisschen kleiner wird.
Speicherplatz ist heute nicht mehr mein größtes Problem.
Musik, die mir etwas bedeutet, möchte ich lieber in möglichst guter Qualität behalten.
Gerade wenn es eine Aufnahme ist, die nicht einfach irgendein Titel aus einem Katalog ist.
Meine Musik muss nicht irgendwo „verfügbar“ sein
Das ist einer der Punkte, die ich an einer eigenen Musiksammlung inzwischen wieder besonders schätze.
Ein Streaminganbieter kann seinen Katalog ändern.
Ein Album kann verschwinden.
Eine Version wird durch eine andere ersetzt.
Rechte laufen aus.
Meine Datei interessiert das alles nicht.
Sie ist da.
Und FLACBox spielt sie ab.
Das hat fast schon etwas angenehm Altmodisches.
Meine Musik gehört wieder mir.
Technik verschwindet manchmal hinter dem, worum es wirklich geht
Natürlich könnte ich jetzt ausführlich darüber schreiben, welche Audioformate FLACBox versteht, woher die App Dateien laden kann, wie man seine Bibliothek organisiert und welche Wiedergabemöglichkeiten es gibt.
Alles schön.
Aber bei dieser Reihe geht es nicht darum, Bedienungsanleitungen für Apps zu schreiben.
Es geht um die Frage:
Warum ist diese App für mich unverzichtbar?
Und bei FLACBox ist die Antwort ungewöhnlich einfach.
Weil darin Musik steckt, die für mich einen Wert hat, den kein Streamingabo der Welt abbilden kann.
Millionen Songs gegen einen einzigen
Apple Music kann mir Millionen Titel anbieten.
Und ich möchte auf diesen Komfort auch nicht verzichten.
Aber manchmal ist ein einziger Song wichtiger als diese Millionen.
Weil man die Stimme kennt.
Weil man weiß, wer ihn gemacht hat.
Weil man vielleicht ein bisschen stolzer zuhört als bei irgendeinem Weltstar.
Dann werden aus Nullen und Einsen plötzlich Erinnerungen und Gefühle.
Und dann ist es eigentlich vollkommen egal, ob die Datei nun FLAC, ALAC oder sonst irgendwie heißt.
Ich drücke auf Play.
Meine Enkelin singt.
Mehr muss eine Musik-App in diesem Moment nicht können.
FLACBox - unverzichtbar.