Balus Cave

Unverzichtbare iOS-Apps #7: Scriptable - weil Widgets wieder Spaß machen

Ich dachte eigentlich, ich wäre mit dem Thema Widgets durch.

Ein paar Informationen auf den Homescreen, Wetter, Kalender, vielleicht noch irgendetwas Nützliches - fertig.

War wohl nichts.

Ich habe nämlich wieder Lust bekommen, an meinem iPhone herumzubasteln.

Nicht im Sinne von „Ich installiere jetzt ein komplett anderes Betriebssystem“. Ich mag iOS schließlich gerade deshalb, weil vieles einfach funktioniert.

Aber ein bisschen persönlicher darf es dann doch sein.

Und damit wären wir bei Scriptable.

Ein Widget kann doch mehr sein

Apple hat Widgets auf dem iPhone über die Jahre deutlich verbessert.

Trotzdem kommt irgendwann dieser Moment:

„Eigentlich hätte ich gern …“

Und genau hinter diesem Satz beginnt das Problem.

Denn Apple bietet mir natürlich Widgets an.

Apps bieten mir Widgets an.

Aber die sehen so aus und zeigen das an, wie Apple oder der jeweilige Entwickler es vorgesehen hat.

Was aber, wenn ich etwas anderes möchte?

Dann wird Scriptable interessant.

Ein bisschen Programmieren - ohne Programmierer zu sein

Scriptable basiert auf JavaScript.

Spätestens an dieser Stelle könnte ich jetzt so tun, als würde ich mich abends hinsetzen und mal eben 300 Zeilen Code für ein Wetterwidget schreiben.

Tue ich nicht.

Und ich habe auch keinerlei Bedürfnis, so zu tun.

Das Schöne ist nämlich: Ich muss nicht alles selbst können.

Es gibt fertige Scripts, Beispiele, Communities und inzwischen natürlich auch KI, die einem beim Erstellen oder Anpassen helfen kann.

Und plötzlich wird aus:

„So ein Widget hätte ich gern“

tatsächlich:

„So ein Widget habe ich jetzt.“

Das gefällt mir.

Wieder basteln

Vielleicht ist genau das der Grund, warum mir Scriptable gerade so viel Spaß macht.

Es ist Basteln.

Früher hat man an Computern Konfigurationsdateien verändert, Skins installiert oder irgendwelche Dinge angepasst, bei denen anschließend mit etwas Pech gar nichts mehr funktionierte.

Heute sitze ich vor einem iPhone, das von Apple bis ins kleinste Detail durchgestaltet wurde.

Das ist meistens wunderbar.

Aber manchmal fehlt mir ein bisschen dieses:

^Was passiert eigentlich, wenn ich hier dran drehe?*

Scriptable gibt mir davon etwas zurück.

Nur ohne dass anschließend das halbe Betriebssystem nicht mehr startet.

Mein Homescreen muss niemand anderem gefallen

Ich habe ohnehin nie verstanden, warum es bei Homescreens irgendwelche allgemeingültigen Regeln geben sollte.

Minimalistisch.

Nur eine Seite.

Keine Ordner.

Keine Widgets.

Oder genau das Gegenteil: möglichst viele Informationen gleichzeitig.

Kann man alles machen.

Aber ich muss mein iPhone jeden Tag ansehen.

Also sollte der Homescreen vor allem mir gefallen.

Wenn ich ein großes Wetterwidget möchte, kommt da eins hin.

Wenn ich Informationen anders dargestellt haben möchte, probiere ich es aus.

Und wenn ich drei Tage später feststelle, dass es doch Mist war, fliegt es eben wieder runter.

Das ist ja gerade der Spaß daran.

Informationen, die ich wirklich sehen möchte

Ein gutes Widget ist für mich außerdem nicht einfach nur Dekoration.

Es beantwortet eine Frage, ohne dass ich dafür erst eine App öffnen muss.

Wie wird das Wetter?

Was steht heute an?

Wie sieht irgendein Wert aus, der mich interessiert?

Ein Blick.

Fertig.

Und je besser ich bestimmen kann, welche Information dort wie dargestellt wird, desto nützlicher wird so ein Widget.

Genau hier spielt Scriptable seine Stärke aus.

Und plötzlich sieht das iPhone wieder neu aus

Das Faszinierende ist, wie wenig es manchmal braucht.

Ein anderer Hintergrund.

Andere Farben.

Ein neues Widget.

Ein bisschen an der Anordnung herumspielen.

Und schon fühlt sich ein Gerät, das man jeden Tag dutzende Male in der Hand hat, wieder ein bisschen neu an.

Natürlich ist das Spielerei.

Aber seit wann muss alles einen höheren Zweck erfüllen?

Ich habe wieder Spaß daran, meinen Homescreen umzubauen.

Das reicht als Begründung vollkommen.

Wahrscheinlich bin ich damit nie fertig

Das ist allerdings die Gefahr von Scriptable.

Kaum funktioniert ein Widget so, wie ich es wollte, kommt der nächste Gedanke:

„Eigentlich könnte man da noch …“

Nein.

Finger weg.

Es funktioniert.

Lass es so.

Zehn Minuten später sitze ich natürlich wieder davor.

Vielleicht könnte die Schrift doch etwas kleiner sein.

Oder die Information nach links.

Oder noch eine Zeile dazu.

Oder …

Na gut.

Nur noch eine kleine Änderung.

Das ist mein iPhone

Und genau deshalb gehört Scriptable inzwischen wieder zu meinen unverzichtbaren Apps.

Nicht weil ich ohne die App mein iPhone nicht benutzen könnte.

Natürlich könnte ich.

Sondern weil Technik für mich auch Spaß machen darf.

Ich möchte nicht ausschließlich konsumieren, was mir jemand fertig vorsetzt. Manchmal möchte ich verändern, ausprobieren und etwas bauen, das genau meinen Vorstellungen entspricht.

Und wenn dabei am Ende nur ein kleines Widget herauskommt, das außer mir wahrscheinlich niemand braucht?

Umso besser.

Denn genau dafür habe ich es gemacht.

Scriptable - unverzichtbar.