Balus Cave

Unverzichtbare iOS-Apps #8: Waterllama - weil genug trinken erstaunlich schwer sein kann

Wasser trinken.

Eigentlich eine Tätigkeit, für die man im Jahr 2026 keine App brauchen sollte.

Glas nehmen.

Wasser rein.

Trinken.

Fertig.

Tja.

Wenn es tatsächlich so einfach wäre, hätte ich vermutlich nie Waterllama installiert.

Angefangen hat das Ganze bei mir während meiner Reha. Dort habe ich begonnen, meinen Flüssigkeitskonsum bewusst zu tracken, weil ich endlich auf eine ausreichende Trinkmenge kommen wollte.

Und dabei habe ich etwas festgestellt:

„Ich habe heute bestimmt genug getrunken“ ist eine erstaunlich unzuverlässige Maßeinheit.

Wie viel war es denn wirklich?

Morgens ein Kaffee.

Dann irgendwann ein Glas Wasser.

Später noch etwas.

Oder waren es zwei Gläser?

Und wie groß war das Glas eigentlich?

Abends ist man sich ziemlich sicher, über den Tag verteilt jede Menge getrunken zu haben.

Wenn man es tatsächlich dokumentiert, sieht die Sache manchmal etwas anders aus.

Genau deshalb habe ich angefangen zu tracken.

Nicht, weil ich aus jedem Glas Wasser eine Wissenschaft machen möchte.

Sondern weil ich wissen wollte, wo ich tatsächlich stehe.

Und dann kam dieses Lama

Nun könnte eine App zur Flüssigkeitsaufnahme ausgesprochen langweilig sein.

Tagesziel.

Fortschrittsbalken.

Milliliter.

Ende.

Waterllama macht daraus etwas anderes.

Die App ist bunt, verspielt und nimmt sich selbst nicht besonders ernst. Da stehen kleine Figuren herum, es gibt Animationen und aus einer ziemlich banalen Aufgabe wird fast ein kleines Spiel.

Normalerweise brauche ich keine niedlichen Tiere, um ein Glas Wasser zu trinken.

Offensichtlich hilft es trotzdem.

Und ich gebe zu:

Dieses verdammte Lama funktioniert.

Eintragen und weitermachen

Das ist für mich bei solchen Apps entscheidend.

Wenn ich jedes Getränk erst über fünf Menüs, drei Untermenüs und eine Mengenabfrage erfassen müsste, würde ich das ungefähr zwei Tage durchhalten.

Danach wäre Schluss.

Waterllama macht es angenehm einfach.

Getränk auswählen.

Menge eintragen.

Fertig.

Der Fortschritt verändert sich und ich sehe sofort, wie weit ich von meinem Ziel entfernt bin.

Keine Tabellenkalkulation über meinen Wasserhaushalt.

Ein kurzer Blick reicht.

Kaffee ist schließlich auch Flüssigkeit

Was mir ebenfalls gefällt: Trinken bedeutet nicht ausschließlich stilles Wasser.

Über den Tag kommen unterschiedliche Getränke zusammen.

Kaffee gehört bei mir beispielsweise definitiv dazu.

Und genau deshalb möchte ich nicht einfach nur zählen, wie viele Wasserflaschen ich geleert habe, sondern einen vernünftigen Überblick darüber bekommen, was tatsächlich zusammenkommt.

Waterllama macht daraus eine kleine Tagesbilanz.

Und die ist wesentlich aussagekräftiger als mein persönliches:

„Das müsste heute eigentlich gereicht haben.“

Aus Kontrolle wird Gewohnheit

Das Interessante am Tracking ist für mich aber etwas anderes.

Am Anfang trägt man etwas ein, weil man kontrollieren möchte, ob man sein Ziel erreicht.

Irgendwann verändert sich dadurch das Verhalten selbst.

Man schaut auf den Stand und denkt:

Da fehlt noch etwas.

Also trinkt man ein Glas.

Nicht morgen.

Nicht irgendwann.

Jetzt.

Und genau dann hat die App ihren Zweck erfüllt.

Sie dokumentiert nicht nur eine Gewohnheit.

Sie hilft dabei, eine aufzubauen.

Natürlich könnte ich auch einfach eine Flasche zählen

Selbstverständlich.

Ich könnte morgens zwei Flaschen Wasser hinstellen und abends schauen, ob sie leer sind.

Ich könnte Striche auf einen Zettel machen.

Ich könnte mir auch einfach vornehmen, mehr zu trinken.

Alles richtig.

Aber ich kenne mich inzwischen gut genug.

Was ich tracke, nehme ich bewusster wahr.

Und wenn eine App es schafft, dass dieses Tracking nicht nach Selbstverwaltung aussieht, sondern sogar ein bisschen Spaß macht, darf sie bleiben.

Eine kleine App mit erstaunlich großer Wirkung

Waterllama wird mein Leben nicht revolutionieren.

Es schreibt keine Texte für mich.

Es verwaltet nicht meine Kommunikation.

Es organisiert nicht meine Informationen.

Und trotzdem gehört es inzwischen zu den Apps, auf die ich nicht mehr verzichten möchte.

Weil es mich an etwas sehr Einfaches erinnert, das im Alltag erstaunlich leicht untergeht:

Trink genug.

Angefangen habe ich damit während der Reha.

Geblieben ist eine Gewohnheit.

Und ein ziemlich hartnäckiges Lama auf meinem iPhone.

Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich diesen Satz einmal schreiben würde.

Waterllama - unverzichtbar.