Unverzichtbare iOS Apps: Sonify - die bessere Fernbedienung für Sonos?
Völlig ungeplant außerhalb der Reihe hat sich Sonify einfach reingeschmuggelt. 😁

Manchmal entdeckt man eine App nicht neu, weil sie plötzlich etwas völlig Revolutionäres kann. Sondern weil man sie nach längerer Zeit wieder öffnet und sich nach fünf Minuten fragt: Warum habe ich die eigentlich nicht die ganze Zeit benutzt?
So ging es mir gerade mit Sonify.
Ich nutze Sonos schon lange und inzwischen stehen hier mehrere Lautsprecher aus dem Sonos-Universum. Natürlich gehört deshalb auch die offizielle Sonos-App auf mein iPhone. Sie ist die Schaltzentrale des Systems, und ohne sie geht es nicht.
Trotzdem ist sie gerade von der ersten Seite meines iPhones geflogen.
Ihren Platz hat Sonify bekommen.
Der Grund sind zwei kleine Tasten
Das Killerfeature von Sonify lässt sich in einem Satz erklären:
Ich kann die Lautstärke meiner Sonos-Lautsprecher mit den normalen Lautstärketasten meines iPhones regeln.
Ja. Genau die beiden Tasten an der Seite.
Und bevor jetzt jemand völlig zu Recht einwirft: „Das geht doch mit Sonos inzwischen auch vom Sperrbildschirm!“ - stimmt.
Sonos hat mit der Live-Aktivität auf dem iPhone ordentlich nachgebessert. Läuft Musik, kann ich direkt auf dem Sperrbildschirm die Wiedergabe steuern und auch die Lautstärke verändern. Dafür muss ich die Sonos-App tatsächlich nicht mehr öffnen.
Sonify geht für mich aber noch diesen entscheidenden kleinen Schritt weiter.
Ich brauche nicht einmal den Lautstärkeregler auf dem Display. Ich nehme das iPhone in die Hand und drücke einfach auf eine der beiden physischen Lautstärketasten.
Das klingt zunächst fast lächerlich banal. Wer Sonos regelmäßig benutzt, merkt aber sehr schnell, wie angenehm das ist.
Ich liege beispielsweise gerade im Bett und höre Musik. Möchte ich sie etwas leiser haben, muss ich weder die Sonos-App öffnen noch auf dem Sperrbildschirm einen Regler treffen.
iPhone in die Hand. Leiser-Taste drücken. Fertig.
Sonos hat die Bedienung auf dem Sperrbildschirm also inzwischen deutlich verbessert. Sonify macht daraus für mich aber etwas, das sich noch mehr wie eine klassische Fernbedienung anfühlt.
Und genau solche Kleinigkeiten entscheiden für mich darüber, ob eine App technisch gut ist oder ob ich sie tatsächlich gerne benutze.
Sonify will gar nicht Sonos sein
Das gefällt mir vielleicht sogar am besten an der App.
Sonify versucht nicht, die komplette Sonos-App nachzubauen. Stattdessen konzentriert sie sich auf das, was ich die meiste Zeit tatsächlich machen möchte: mein bereits eingerichtetes Sonos-System bedienen.
Räume auswählen, Lautstärke ändern, Lautsprecher gruppieren, Musik steuern oder die Warteschlange bearbeiten – das alles fühlt sich eher nach einer richtigen Fernbedienung an als nach einer Verwaltungsoberfläche.
Dazu kommen Funktionen wie Scenes.
Damit lassen sich häufig verwendete Kombinationen aus Räumen und Lautstärken abspeichern. Bei mir bieten sich beispielsweise Szenen wie „Valhalla“, „Abend“ oder später „Ganze Wohnung“ an.
Statt jedes Mal mehrere Einstellungen vorzunehmen, reicht dann eine Szene.
Auch die Gruppensteuerung gefällt mir. Mehrere Sonos-Räume lassen sich gemeinsam bedienen und bei Bedarf auf eine einheitliche Lautstärke bringen.
Das sind keine Funktionen, bei denen man auf einer Keynote ehrfürchtig vom Stuhl fällt.
Es sind Funktionen, die nach einigen Tagen selbstverständlich werden.
Und genau das ist häufig viel wichtiger.
Die Sonos-App bleibt trotzdem
Bevor jetzt jemand Sonos vom iPhone wirft: Das wäre keine besonders gute Idee.
Sonify ist keine vollständige Alternative zur offiziellen App.
Wenn ein neuer Lautsprecher eingerichtet werden soll, Trueplay ansteht, am Heimkino etwas geändert werden muss oder ich tiefer in die Einstellungen meines Systems möchte, führt der Weg weiterhin über Sonos.
Deshalb habe ich inzwischen eine ziemlich klare Arbeitsteilung:
Sonify ist meine Fernbedienung.
Sonos ist der Maschinenraum.
Und für mich funktioniert das erstaunlich gut.
Warum also „unverzichtbar“?
Bei Apps dieser Serie stelle ich mir immer eine einfache Frage: Würde mir etwas fehlen, wenn ich sie morgen vom iPhone löschen würde?
Bei Sonify lautet meine Antwort inzwischen wieder: ja.
Nicht, weil ich mein Sonos-System ohne Sonify nicht benutzen könnte. Natürlich könnte ich das.
Aber es wäre umständlicher.
Und manchmal ist genau das die beste Begründung für eine gute App: Sie nimmt etwas, das bereits funktioniert, und macht es ein kleines bisschen angenehmer.
Sonify spart mir Wege durch Menüs, macht mein iPhone zu einer ziemlich guten Sonos-Fernbedienung und ermöglicht mir etwas, das eigentlich selbstverständlich sein sollte:
Musik zu laut?
Leiser-Taste drücken.
Musik zu leise?
Lauter-Taste drücken.
Mehr möchte ich in diesem Moment gar nicht wissen.
Und deshalb ist Sonify gerade auf die erste Seite meines iPhones gewandert, während die offizielle Sonos-App ein Stück nach hinten rücken musste.
Sorry, Sonos. 😁