Unverzichtbare iOS-Apps - Staffel 2 #5: Documents - mein Schweizer Taschenmesser für Dateien
In der letzten Folge ging es um Scanner Pro.
Papier rein.
PDF raus.
Nur stellt sich danach zwangsläufig die nächste Frage:
Und wohin jetzt mit dem ganzen Zeug?
Willkommen bei Documents von Readdle.
Wenn Scanner Pro mein Scanner für die Hosentasche ist, dann ist Documents seit Jahren so etwas wie mein Schweizer Taschenmesser für Dateien.
PDFs.
Dokumente.
Downloads.
Bilder.
Videos.
Archive.
Cloudspeicher.
Und allerlei anderes Zeug, das irgendwo auf meinen Geräten herumliegt und gelegentlich von A nach B muss.
Früher war Dateiverwaltung auf dem iPhone ein Abenteuer
Wer iOS erst seit ein paar Jahren benutzt, kann sich das vielleicht gar nicht mehr vorstellen.
Heute gibt es Apples Dateien-App.
Wir können Ordner anlegen.
Cloudspeicher einbinden.
Dateien kopieren und verschieben.
USB-Laufwerke anschließen.
Das alles ist inzwischen ziemlich selbstverständlich.
Das war es nicht immer.
Lange Zeit hatte Apple ein ausgesprochen interessantes Verhältnis zum Begriff Dateisystem.
Sinngemäß lautete die Philosophie:
Du brauchst keine Dateien.
Die App weiß schon, wo dein Zeug ist.
Ich sah das etwas anders.
Und genau in diese Lücke sprang Documents.
Ich möchte wissen, wo meine Dateien sind
Vielleicht bin ich da altmodisch.
Eine Datei ist für mich eine Datei.
Sie hat einen Namen.
Sie liegt irgendwo.
Und wenn ich sie woanders haben möchte, verschiebe ich sie.
Revolutionäres Konzept.
Ich möchte nicht überlegen müssen, welche App gerade Eigentümer eines Dokuments ist.
Ich möchte einen Dateimanager öffnen und mein Zeug sehen.
Documents hat mir dieses Gefühl auf iPhone und iPad schon zu einer Zeit gegeben, als Apple selbst davon noch nicht besonders begeistert schien.
Und solche Gewohnheiten bleiben.
Der Download-Ordner, bevor Apple ihn entdeckt hat
Besonders beim Herunterladen von Dateien war Documents für mich lange Gold wert.
Im Internet liegt etwas, das ich behalten möchte?
Herunterladen.
Anschauen.
Umbenennen.
Verschieben.
Weitergeben.
Fertig.
Heute klingt das banal.
Auf einem Computer war es das schließlich schon immer.
Auf dem iPhone war es lange Zeit alles andere als selbstverständlich.
Documents hat sich deshalb bei mir früh einen festen Platz erarbeitet.
Mehr als nur ein Dateimanager
Und genau deshalb passt der Begriff Schweizer Taschenmesser so gut.
Documents kann Dateien nicht nur anzeigen.
Ich kann mit ihnen arbeiten.
PDFs öffnen.
Medien wiedergeben.
Archive handhaben.
Downloads verwalten.
Dateien zwischen verschiedenen Speicherorten bewegen.
Und meine unterschiedlichen Ablagen zusammenbringen.
Ich muss also nicht für jeden kleinen Handgriff sofort eine andere App öffnen.
Documents ist häufig einfach der Ort, an dem ich anfange.
Meine Clouds wohnen nicht alle beim selben Vermieter
Natürlich könnte ich mein komplettes digitales Leben in iCloud Drive legen.
Tue ich aber nicht.
Über die Jahre sammeln sich verschiedene Cloudspeicher an.
iCloud.
Dropbox.
OneDrive.
Google Drive.
Und bei mir noch einige mehr.
Man probiert einen Dienst aus.
Ein anderer bietet irgendwo mehr Speicher.
Der nächste eignet sich für einen bestimmten Zweck besser.
Und irgendwann besitzt man gefühlt mehr Clouds als der Himmel.
Documents hilft mir dabei, zumindest einen Teil dieses Durcheinanders unter einem Dach zusammenzubringen.
Das gefällt mir wesentlich besser, als für jede Datei erst überlegen zu müssen:
In welcher Cloud hatte ich das jetzt wieder?
Aber Apple Dateien ist inzwischen richtig gut
Und das muss man fairerweise sagen.
Die Dateien-App, die Apple heute mit iOS und iPadOS ausliefert, hat mit den früheren Möglichkeiten kaum noch etwas gemeinsam.
Für sehr viele Menschen dürfte sie vollkommen ausreichen.
Vielleicht sogar für die meisten.
Wenn mich heute jemand fragt:
„Ich brauche einen Dateimanager fürs iPhone, was soll ich installieren?“
würde ich nicht automatisch antworten:
Documents.
Ich würde zuerst sagen:
Probier Dateien aus. Vielleicht brauchst du überhaupt nichts anderes.
Das ist kein Argument gegen Documents.
Es zeigt nur, wie sehr Apple aufgeholt hat.
Warum benutze ich Documents dann noch?
Weil „Apple kann das inzwischen auch“ nicht automatisch bedeutet, dass ich ein Werkzeug aufgebe, mit dem ich seit Jahren arbeite.
Ich kenne Documents.
Ich kenne seine Logik.
Ich weiß, wo ich etwas finde.
Und vor allem gibt es immer wieder diese Situationen, in denen ich etwas mit einer Datei machen möchte und mein erster Gedanke lautet:
Probier’s mit Documents.
Meistens funktioniert es.
Und genau dadurch wird eine App unverzichtbar.
Nicht weil es keine Alternative gibt.
Sondern weil man irgendwann aufhört, nach einer zu suchen.
Manchmal ist das Schweizer Taschenmesser auch zu groß
Allerdings hat diese Vielseitigkeit einen Preis.
Documents kann inzwischen unglaublich viel.
Und wie bei vielen Apps, die über Jahre wachsen, denke ich gelegentlich:
Eigentlich wollte ich doch nur eine Datei verschieben.
Mehr Funktionen bedeuten mehr Menüs, mehr Möglichkeiten und manchmal eben auch mehr Komplexität.
Dazu kommen Funktionen und Dienste, die ich persönlich nicht unbedingt brauche.
Das ist die Kehrseite eines Schweizer Taschenmessers.
Wenn man nur einen Schraubenzieher braucht, hängt trotzdem noch eine Säge, eine Schere und ein Korkenzieher dran.
Readdle begleitet mich ziemlich häufig
Scanner Pro und stammen beide von Readdle.
Das merkt man an manchen Stellen durchaus.
Und offenbar trifft dieser Entwickler mit seiner Vorstellung von Produktivität ziemlich häufig meinen Geschmack.
Scanner Pro bekommt das Papier ins Digitale.
Documents übernimmt danach einen Teil dessen, was daraus wird.
Ein ziemlich gutes Doppel.
Aber ich würde die beiden Apps trotzdem niemals zusammenfassen.
Scanner Pro ist ein Spezialist.
Documents ist das genaue Gegenteil.
Es ist der Generalist.
Dateien sind wieder Dateien
Vielleicht ist das der eigentliche Grund, warum ich Documents so lange benutze.
Die App behandelt Dateien so, wie ich es von einem Computer gewohnt bin.
Nicht als mysteriöse Anhängsel irgendeiner App.
Sondern als Dinge, mit denen ich machen kann, was ich möchte.
Öffnen.
Speichern.
Herunterladen.
Verschieben.
Organisieren.
Weitergeben.
Apple hat diese Freiheit inzwischen selbst wesentlich stärker in iOS integriert.
Gut so.
Aber Documents war für mich schon da, als das noch ganz anders aussah.
Und deshalb gehört dieses Schweizer Taschenmesser weiterhin auf mein iPhone und iPad.
Auch wenn ich längst nicht jede Klinge benutze.
Documents - unverzichtbar.